40 Jahre Boccia Bund Deutschland: Ein Wochenende voller Sport, Begegnungen und Geschichte
Jubiläum in Anhausen: Boccia-Sport, Gemeinschaft und ein starkes Turnier
Tradition trifft Leidenschaft: Der BBD feiert 40 Jahre Boccia-Sport
Der Boccia Bund Deutschland e.V. (BBD) feierte am vergangenen Wochenende ein außergewöhnliches Jubiläum: Vor 40 Jahren wurde der Verband am 15. April 1985 in Augsburg gegründet, und nur ein Jahr später fand in Anhausen das erste internationale Turnier statt. Dass das Jubiläum nun genau an diesem Ort begangen wurde, verlieh dem Wochenende eine besondere Symbolkraft und weckte Erinnerungen an die Anfänge des Verbandes, der sich seit seiner Gründung weiterentwickelt hat. Heute ist der BBD fest im Weltverband CBI verankert und vertritt Deutschland bei Europa- und Weltmeisterschaften – mit Höhepunkten wie dem vielbeachteten vierten Platz bei der Heim-EM 1994 in Augsburg.
Eröffnet wurde das Turnier von Präsident Andy Hurtner, Vizepräsident Sven Orend und dem Ersten Bürgermeister des Marktes Diedorf, Andreas Müller. Sie begrüßten Spielerinnen und Spieler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Ungarn, darunter die Jugendnationalmannschaft sowie Athletinnen und Athleten, die Deutschland bei der EM und WM 2026 vertreten werden. Die Mischung aus erfahrenen Sportlerinnen und Sportlern und engagierten Nachwuchstalenten verlieh dem Turnier eine besondere Atmosphäre – eine Dynamik, die man auf den Bahnen ebenso spürte wie am Spielfeldrand.
Das Jubiläumswochenende wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen. Ihr Einsatz trug das gesamte Turnier, von der Vorbereitung bis zum letzten Spiel. Ein besonderer Dank gilt dem SSV Anhausen, der sich als Gastgeber mit großem Engagement eingebracht hat und sowohl organisatorisch als auch sportlich überzeugte. Der Verein sorgte nicht nur für perfekte Bedingungen auf den Bahnen, sondern auch für ein Rahmenprogramm, das den Gästen lange in Erinnerung bleiben wird.
Sportlich bot das Turnier alles, was den Boccia-Sport ausmacht: Präzision, Spannung und Leidenschaft. Insgesamt 13 Mannschaften aus vier Ländern traten im Staffetta-Modus gegeneinander an. Diese Spielform, bestehend aus Einzel, Doppel und Dreier, verlangt den Teams taktisches Geschick, Konzentration und Ausdauer ab. Viele Partien waren hart umkämpft, zwölf der dreißig Spiele endeten mit weniger als drei Punkten Unterschied, und einige dauerten über zwei Stunden. Punkt für Punkt arbeiteten sich die Teams voran, setzten Kugeln, schossen sie weg, und immer wieder mussten die Schiedsrichter nachmessen, um zu entscheiden, welche Kugel näher am Pallino lag. Die Zuschauer an der Bande fieberten mit und erlebten Boccia-Sport auf höchstem Niveau.
Am Sonntag erreichten die Nationalmannschaft von Ungarn, Niederstotzingen 1 und 2, BC Galeb Lustenau und BC Hohenems aus Österreich, BC Uster aus der Schweiz, die BBD-Frauen-Nationalmannschaft sowie der SSV Anhausen das Viertelfinale. Im Finale standen schließlich der SSV Anhausen und der BC Hohenems. Die Österreicher setzten sich in einem spannenden Match durch und holten den Turniersieg, während der TC Niederstotzingen den dritten und vierten Platz belegte.
Neben den sportlichen Leistungen prägten auch die Begegnungen und Gespräche das Jubiläumswochenende. Viele freuten sich darüber, Freunde aus Ungarn, Österreich und der Schweiz wiederzutreffen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Stimmung war durchweg fair und freundschaftlich, auf und neben der Bahn. Die Organisatoren zeigten sich besonders zufrieden damit, dass das Turnier trotz der langen Spielzeiten ruhig und harmonisch verlief und alle Mannschaften mit großem Ehrgeiz, aber stets respektvoll spielten.
Ein besonderes Highlight war das Schwarzlicht-Boccia, das der SSV Anhausen präsentierte. Die Gäste nahmen das Angebot begeistert an und spielten bis spät in die Nacht. Die besondere Atmosphäre – das Leuchten der Kugeln, die konzentrierten Gesichter, die Freude über jeden gelungenen Wurf – verlieh dem Jubiläum eine moderne und fröhliche Note. Viele beschrieben das Erlebnis als etwas völlig Neues, das den Boccia-Sport auf eine überraschend spielerische Weise zeigte.
Auch die Fotografie trug zur besonderen Atmosphäre bei. Lukas Kalo begleitete das Turnier mit der Kamera und fing die Spannung und Emotionen der beiden Tage ein. Seine Bilder zeigen die Konzentration der Spielerinnen und Spieler, die Millimeterarbeit auf den Bahnen und die Begeisterung des internationalen Teilnehmerfeldes. Sie dokumentieren ein Wochenende, das den Boccia-Sport in seiner ganzen Vielfalt sichtbar macht.
So bleibt das Jubiläumsturnier „40 Jahre Boccia Bund Deutschland“ als ein Ereignis in Erinnerung, das Tradition und Zukunft miteinander verband. Es würdigte die Geschichte des Verbandes, zeigte die Stärke der Gemeinschaft und machte deutlich, wie lebendig und international der Boccia-Sport heute ist. Ein Wochenende, das nicht nur gefeiert, sondern gelebt wurde – und das Lust auf die nächsten 40 Jahre macht.
